Dienstag, Januar 09, 2007

Day 8 - Lava, Tod und strömender Regen


Der Morgen beginnt wie immer... mit zu wenig Schlaf. Irgendwie krieg ich das hier immer noch nicht geregelt. Na gut, so um halb 8 stehen wir auf und ... unsere nette Herbergsmutter hat uns Frühstück gemacht. Mit vielen frischen Früchten, Brot, Müsli, frischem Saft und und und... das ist mal Service. Nachdem es draussen jetzt auch mal hell ist, sehen wir, wo wir da eigentlich gelandet sind... mittem im Dschungel. Leider regnet es immer noch und immer wieder mit nur ganz kurzen Pausen. Hilo (die nächste wirklich größere Stadt, immerhin fast 50.000 Einwohner) hat 270 Regentage im Jahr. Und gegen Ende des Tages werde ich glauben, dass alles Wasser heute schon runtergekommen ist. Aber der Reihe nach, nach dem Frühstück entschließen wir uns heute den Vulkan Tag zu machen. Also geht es los in Richtung Südwesten in den Volcano State Park. Die Fahrt dauert keine Stunde und so sind wir kurz vor 10 Uhr bei den Parkrangern und holen uns Tipps wo wir denn heute eine besonders gute Aussicht haben können: im Endeffekt nirgends, denn es regnet. Nun gut, machen wir halt das Programm so gut es geht, wir fahren um die Kilauea Caldera, sehen den Krater, halten an kleinen Museen und genießen die Sicht sofern sie denn da ist. Ich gebe mir noch größte Mühe meine Schuhe immer wieder trocken zu bekommen, denn ohne auf dem Lavagestein rumzulaufen ist nicht so angebracht. Irgendwie ist hier sowieso überall Lava: helle, dunkle, feste, poröse... und immer diese Schwefelgase. Wir wagen uns ziemlich weit in "nicht freigegebenes" Gebiet vor um einen guten Blick auf einen Krater zu bekommen, doch müssen dann irgendwann umdrehen, da uns von dem Geruch doch ziemlich schlecht wird (außerdem haben wir doch ein klein wenig Panik irgendwo einzubrechen, hier hängen nicht ohne Grund überall Zeitungsartikel von Leuten die verkohlt wurden). Wir machen eine kurze Pause im Lava Rock Café um etwas zu essen, bevor es dann durch tiefsten Regenwald zu den Lava Tubes geht. Diese entstehen wenn Lava knapp unter der Oberfläche fließt und der Fluss irgendwann nach lässt. Der freiwerdende Hohlraum ist dann die Tube. Meine Rettung... hab ich schon, dass es draußen mal wieder regnet. Stellt euch einen richtig schönen Platzregen vor... nur länger, dann habt ihr das hier. Mittlerweile sind meine Schuhe so voll mit Wasser, dass ich ganz Afrika vor dem Verdursten retten könnte und daher habe ich meine Flipflops angezogen. Sollte in der Höhle ja auch kein Problem sein. War es auch nicht, denn so konnte ich durch die Höhle, die nicht ganz dicht und somit auch voller Wasser war. Ich sag euch, Wasser überall... argh... und das auf Hawai'i. Naja, jetzt sollte ich einige Zeit im Auto bleiben können, denn wir machen uns auf die lange "Chain of Craters" Straße auf. Hier und da gibt es unterwegs noch Möglichkeiten zum Wandern oder besser zum Schwimmen, denn mittlerweile fließt das Wasser schon gar nicht mehr ab. Auf dem einen oder anderen Wanderweg kommt man auch nur, wenn man sich vorher schon mal bei der Rangerstation für den Hike registriert (und damit vom Leben verabschiedet) hat. Aber weiter im Text, weiter zum End of Road. Überall kann man hier sehen, wie die Lava über die Hänge den Weg ins Tal gesucht hat. Tja, und dann ist die Straße zu Ende. Wir parken und kommen laufen vorbei an vielen anderen Autos an der Rangerstation vorbei, bis die Straße... nun ja... von der Lava eben zugeschüttet wurde. Überall stehen hier massenweise Schilder. Lava kann vom Meer unterspült werden und dann ins Meer abbrechen, die Lava kann hier sehr dünn sein und man verbrennt sich die Pfoten oder sonstiges, die Dämpfe garen einen bei lebendigem Leib und weitere Späße. Pah, das kann uns nichts. Und Gasmasken wie die Ranger brauchen wir auch nicht. Wir wandern entlang des Meeres also auf der Lava und entdecken schließlich in einiger Entfernung, wie die heiße Lava vom Berg herunter über die Klippe ins Meer läuft. So wird Big Island also "BIG". Sieht schon verdammt spektakulär aus, so glühend rote Lava. Leider schaffen wir es nicht mehr näher heran, bevor es dunkel wird. Und ich kann Euch sagen, sobald es dunkel ist wollt ihr auf der Lava nicht mehr rumlaufen. Mittlerweile ist hier richtig was los, ca. 40 Leute schauen mit uns zu wie es richtig dunkel wird und der Kontrast richtig toll ist. Leider fängt es mal WIEDER an zu regnen. Und so machen wir uns mit unseren Taschenlampen (die wir netterweise von unserer Herbergsmama Markie bekommen haben) mit allen anderen auf den Rückweg. Bis auf ein paar Spezies, die jetzt erst hinwollen. Allein zu unserer Stelle waren es vom Parkplatz bestimmt eine 3/4 Stunde hierher über unwegsamsten Gelände. Aber manche tragen ihre Kinder UND den Kinderwagen über die Lava. Da alles nass ist rutsche ich schon hier und da so weg und muss mich stützen und die mit Kind und Wagen.... bescheuert ! Danach kommen noch mehr Vollidioten, die meinen sie kommen ohne Taschenlampe aus... die Handybeleuchtung tut es doch auch. Mittlerweile ist es stockdunkel und es bietet sich ein fantastisches Bild. Wie viele kleine Glühwürmchen zwängen sich die Leute auf einem Pfad mit ihren Taschenlamen schön einer hinter dem anderen in Richtung Parkplatz. Echt putzig. Whatever... wir sprinten noch ein wenig zum Auto... doch zwecklos, es regnet schon wieder so gut, dass wir bis auf die Haut nass sind. Aber glücklich, den die Lava live zu sehen war einfach toll. Ich hoffe das kommt wenigstens ein bisschen auf den Bildern rüber. Dann reicht es auch, genug Wasser für einen Tag und wir machen uns auf den Heimweg. Hier und da noch kurz was gegessen und dann ist Schluss für heute :) Bis die Tage

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