In unserem Casa treffen wir noch 2 Deutsche, die schon eine Woche durch Kuba getourt sind und uns noch ein paar Tipps geben, wo wir denn so überall noch hin sollten. Also lassen wir uns auch gleich noch von Melba (unsere gute Seele in Havanna) die entsprechenden Casas reservieren bzw. uns Visitenkarten der Eigentümer geben, bevor wir uns aufmachen unseren Mietwagen zu holen. Der Schreck lässt nicht lange auf sich warten... unser Auto ist noch nicht fertig. Was auch immer das so heißen mag. Die Oberklasse war sowieso schon ausverkauft, d.h. wir bekommen aller Wahrscheinlichkeit nach einen Super-Kleinwagen á la Kia oder so. Wir warten im Restaurant um die Ecke und irgendwann kommt dann tatsächlich der Bursche von der Autovermietung und sagt unser Auto sei da.
Wir staunen nicht schlecht, denn wir bekommen einen fast nagelneuen VW Polo (15 tkm) in schneeweiß mit Klima und CD-Radio :) Dann erzählt man uns dass wir den Wagen gefälligst wieder mit den Orginal Continental Reifen und Radkappen, sowie der Antenne wieder zurückbringen sollen. Wir zahlen noch die Kaution und dann geht's auch schon los. Nachdem ich in Neuseeland so viel gefahren bin ist jetzt Chris dran ;) Wir holen unser Gepäck und auf nach Vinales. Wir können die Stadt zügig verlassen und sind bald aus Havanna draußen im Land. Dort fallen wir natürlich auf wie ein bunter Hund. Nicht nur dass wir ein super neues Auto haben, es gibt ja auch noch extra Kennzeichen für Touristen (rot). Aber so doof das erstmal auch klingt, so viel Sinn macht die Regelung hier auch. Es gibt 7 Kennzeichentypen, für Militär, Touris, Diplomaten, staatliche, private Autos usw. Da das Transportsystem nicht ausreicht (zu wenig Busse) sind staatliche Autos gezwungen Leute von der Straße mitzunehmen. Sonst drohen Strafen. Geregelt wird das durch die Men in Yellow, die immer wieder auf die Straße springen und die Fahrzeuge kontrollieren bzw. den Transport der Wartenden. Wir als Touris können jemanden mitnehmen, müssen aber nicht. Naja, stimmt zwar schon, aber nach wenigen Metern fällt auf, dass hier die Straßenschilder so ausgebleicht bzw. gar nicht vorhanden sind, dass man sich super schnell verfährt. Das passiert uns natürlich auch gleich, weswegen wir auf die Autobahn umschwenken um unser Ziel überhaupt noch zu erreichen. Gut, die Autobahn ist gefunden, doch habe ich auch schon deutsche Feldwege gesehen, die besser ausgebaut waren. Wenigstens ist hier kein Verkehr bis auf die Menschenmassen, die an den Aus- und Auffahrten immer wieder auf Mitfahrer warten. Darunter viele Schulkinder (durch die Uniform immer nett zu erkennen), alte Menschen und Mütter. Noch ist uns das alles hier zu suspekt um Leute mitzunehmen, vor allem da Leute ab und an eine Panne vortäuschen, einem dann quasi auf die Motorhaube springen um einen in ein Restaurant zu ziehen und Kommision abzugreifen. Wir heizen einfach durch und kommen dann auch schon fast am Ziel an. Da kommt uns ein Touri Auto entgegen mit Thomas, einem Exil-Kubaner an Bord, der uns erzählt, dass wir ohne Allrad und Jeep die Straße vor uns nur in Einzelteilen bewältigen können und rät uns hinter ihm her nach Vinales zu fahren. Dort zeigt er uns auch das Casa seines Bruders (ist ja schon mal nett wenn der auch wieder Gäste hat), doch wir haben ja durch Melba reserviert und gehen daher in unser Haus. Mittlerweile ist es schon dunkel, doch ich erkenne noch gut genug, dass das Haus wo wir hinverfrachtet werden sollten (jenes welches wir reserviert hatten wurde schon vergeben) nicht dem entspricht was wir vorher bei Thomas' Bruder gesehen haben. Also wieder zurück, ausgepackt, gegessen und todmüde ins Bett.
Mittwoch, November 07, 2007
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